Behindertenwohnheim, -vorschule und -werkstatt in Bayad

Behindertenwohnheim, -vorschule und -werkstatt in Bayad

Im Rahmen dieser Behinderteneinrichtung im ländlichen Raum Mittelägyptens werden insgesamt über 55 Behinderte durch Ordensfrauen der koptischen Banat Mariam betreut. Neben den Vorschulkindern gibt es 28 Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 19 Jahren sowie 15 Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren. 15 von ihnen wohnen im Wohnheim. Die wenigsten von ihnen haben noch Kontakt zu ihren Angehörigen. Sie werden vormittags zu anfallenden Arbeiten im Haus herangezogen oder arbeiten in der benachbarten Behindertenwerkstatt mit oder üben verschiedene Fertigkeiten in der Behindertenschule. Einige studentische Gruppen aus Beni Suef helfen der Schwester regelmäßig, für die Behinderten ein Sport- und Beschäftigungsprogramm anzubieten. Die Behindertenschule und -werkstatt ist eine der ältesten Einrichtungen der Marienschwestern von Beni Suef und stellte eines der Hauptanliegen des im Jahr 2000 verstorbenen Ordensgründers dar.

Es bedeutete eine für ländliche ägyptische Verhältnisse ungewöhnliche Innovation, als wir im September 2010 durch Unterstützung von koptischen Freunden des AFK aus der Schweiz durch die Schwestern Geneviève und Heba zusätzlich eine Vorschule eröffnen konnten, in der nun auch eine Frühförderung und -therapie mehrfach behinderter Kinder (u.a. Down-Syndrom und CP) möglich ist. Die Einrichtung wird derzeit von 12 Kindern besucht. 6 junge Frauen erfuhren soeben eine einschlägige Schulung für ihre Tätigkeit durch 2 Expertinnen aus Kairo.

Mehr und mehr Eltern behinderter Kinder dort beginnen zu verstehen, dass diese Menschen nicht zu verstecken oder lediglich aufzubewahren sind, sondern dass zumindest in einigen Fällen durch gezielte Therapie und Förderung bedeutsame Fortschritte möglich sind. Mütter, die früher mit ihren Problemen allein gelassen wurden, erhalten jetzt Rat und Hilfe für den Umgang mit den Behinderten. Dadurch wird ihre Position gegenüber den Vätern der Kinder, die ebenfalls durch die Situation überfordert sind, gestärkt. Einige Kinder, die zunächst nur dalagen, können sich jetzt bereits mit Hilfe einfacher Laufgeräte fortbewegen.  Andere können die Farben erkennen oder einfache Gegenstände benennen. Körperhygiene wurde durch konsequentes Training verbessert.

Die Einrichtung wird derzeit von 13 Kindern besucht, von denen das jüngste im Alter von 7 Monaten in die Einrichtung kam. 6 junge Frauen erfuhren im Jahr 2011 eine einschlägige Schulung für ihre Tätigkeit durch 2 Expertinnen aus Kairo.

Dringend benötigt wird derzeit ein Schulbus für die Beförderung der behinderten Kinder von ihren Häusern und zurück. Der vorhandene Bus reicht für die gestiegene Schülerzahl nicht mehr aus. Derzeit müssen sich jeweils 3 behinderte Kinder einen Sitzplatz teilen.

Nachdem sich der Orden nicht mehr in der Lage sieht, die ca. 400 € monatlich betragenden Betriebskosten für die Behindertenschulen und die -werkstatt zu übernehmen, sucht die Leiterin händeringend nach Sponsoren hierfür.