Sudan    Khartoum    Frauengruppe FAWDA

 
 
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Unser erstes BMZ-Projekt:
Zielgruppe des Projekts sind 21 südsudanesische Vertriebenenfamilien im Konglomerat Khartoum, Khartoum Nord, Omdurman, im Sudan. Da pro Familie mit durchschnittlich 6 bis 7 Personen gerechnet werden kann, kommt das Projekt etwa 140 Personen zugute. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Frauen und Kinder. Zielsetzung ist, durch die Finanzierung von Verkaufs- und Imbißständen den Familien ein regelmäßiges Einkommen zu ermöglichen und damit die Ernährung zu sicher.
Die Familien leben in den Squattergebieten am Rande der Hauptstadt ohne jegliche Infrastruktur und sind oft für ihre Überlebenssicherung auf Hilfestellung angewiesen.
Das Hauptproblem der Einkommensbeschaffung ist in der immensen Veränderung der allgemeinen Lebenssituation zu sehen, da sich die traditionelle Subsistenzlandwirtschaft in Khartoum nicht durchführen läßt und die ohnehin beschränkten Beschäftigungsmöglichkeiten der Stadt den mittellosen Frauen keine Perspektiven bieten.
Es zeigt sich, daß der Umfang an sicheren Einkommensquellen für die ärmsten Bevölkerungsgruppen größtenteils auf den informellen Sektor und dort auf den Verkauf von Lebensmitteln und die Zubereitung von Mahlzeiten beschränkt ist. Das Projekt ermöglicht die Speisung eines Fonds, aus dem Anschlußprojekte finanziert werden können. Das Vorhaben leistet somit einen wirksamen Beitrag zur Armutsbekämpfung, bietet gezielte Unterstützung für Frauen und Kinder als die verwundbarsten Bevölkerungsgruppen und verspricht eine nachhaltige Entwicklung durch die stetige Wiederverwendung der eingesetzten finanziellen Mittel.

Nähmaschinenprojekt:
Im Rahmen des Projektes 'kleine einkommenschaffende Maßnahmen für Frauen', das in Khartoum gemeinsam mit unserer Partnerorganisation FAWDA (Families Aid and Women Development Association) geleitet wird, werden gerade Einzelschicksale von Familien und Individuen berücksichtigt. Insbesondere werden solche Personen durch das Projekt unterstützt, die gesellschaftlich zu den verwundbaren Gruppen zählen und deren gegenwärtige Lebenssituation extrem schwierig ist.

Eine Eingliederung in das Projekt soll einerseits dazu dienen, den Betroffenen ein Einkommen zu ermöglichen, wodurch sie die Existenz ihrer Familien, zumindest teilweise, sichern können. Andererseits kann mit einer Tätigkeit das Ansehen dieser Individuen in ihrem Wohnumfeld gefestigt werden. Beispielsweise finanzierte der Afrika Freundeskreis eine Nähmaschine (Kosten: ~110,- €), die einer Flüchtlingsfrau überlassen wurde. Der Aufenthaltsort ihres Ehemannes ist unbekannt, auch vom Verbleib anderer Verwandter ist nichts bekannt. Deswegen lebt sie alleine mit ihren vier Kindern und den fünf Kindern ihres verstorbenen Bruders in einem Squattergebiet in Khartoum.

Für den Unterhalt der Familie muß sie alleinverantwortlich sorgen. Nachdem sie einen Schneider- und Nähkurs erfolgreich abgeschlossen hatte, half FAWDA ihr die besagte mechanische Nähmaschine in ihre Hütte zu transportieren. So wurde es ihr möglich, im Beisein ihrer Kinder eine einkommenschaffende Arbeit zu verrichten. Auf Anfrage hin näht sie Bettücher und Kleidung, die sie anschließend an ihre Auftraggeber, die meist im gleichen Squattergebiet wohnen, verkauft.

Ausbildungszentrum:
FAWDA "Families Aid and Women Development Association, Khartoum" ist eine Selbsthilfegruppe für Frauen, deren Mitglieder in Khartoums Squattergebieten leben. 1995 hat sich diese Nichtregierungsorganisation (NGO) gegründet und zählte im Juli 1996 schon mehr als 100 Mitglieder. Hierbei handelt es sich vorwiegend um Flüchtlingsfrauen aus dem Südsudan, deren Ehemänner im Krieg starben, noch immer im Süden des Landes kämpfen oder die alleinstehend sind. Die Frauen sind nun für die Versorgung der zahlreichen Kinder alleine verantwortlich.
Da die Kinder oft zu klein sind und ihre Mütter permanent brauchen, können diese Frauen nicht außer Haus arbeiten. Außerdem ist es für Südsudanesinnen fast unmöglich, einen ‚offiziellen' und sicheren Arbeitsplatz in der Hauptstadt Khartoum zu finden. Hinzu kommt, daß die Squattergebiete so weit von dem Stadtzentrum entfernt liegen, daß mit einem Verdienst gerade einmal die Transportkosten zur und von der Arbeitsstelle beglichen werden könnten. Das Hauptanliegen von FAWDA ist es, den betroffenen Frauen einkommenschaffende Tätigkeiten zu ermöglichen, so daß sie das Überleben ihrer Familien sichern können.
Durch diese Organisation können sie Handarbeiten wie Batiken, Nähen, Sticken und Kleinhandwerk in regelmäßig stattfindenden, meist drei bis vier Wochen dauernden, Kursen erlernen. Dafür treffen sich die Frauen täglich in einem angemieteten Ausbildungsraum in Arkawit, östlich vom Flughafen. Zuhause, in ihren Squattergebieten, können die Frauen dann die erlernten Tätigkeiten ausüben und damit Geld verdienen. Als wichtige Aufgabe sieht FAWDA somit die Erwachsenenbildung an.