Ägypten    Kairo    Müllsammler

 
 
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grundlegende Informationen:

Die ca. 15 Mio. Bewohner Kairos drohen im Müll zu ersticken, da dort eine staatliche Müllabfuhr nur rudimentär vorhanden ist.

Deshalb etablierten die Zabbalin eine private Müllsammlung. Täglich werden von ihnen knapp 2000 Tonnen Hausmüll gesammelt, der in ihre Wohn- und Arbeitssiedlung transportiert, dort getrennt und für die Wiederverwertung aufbereitet wird.
Die Müllsammler leben in einfachen Hütten inmitten des gesammelten Mülls ohne jegliche Infrastruktur. Deshalb unterstützte der AFK als sein erstes Projekt in einer Müllsammlersiedlung die Entwicklung und den Bau von Maschinen zur Wiederverwertung des Plastikmaterials, das zuvor verbrannt wurde und die starke Luftverschmutzung bedingte.

Außerdem wird der Bau von Steinhäusern und die Installation von Latrinen, Strom- und Wasserleitungen gefördert.

Rehousing-Projekt:

Fotos (12/2004):





Das Rehousing-Projekt in der Müllsammlersiedlung Ezbet En-Nawwar ist nach einem Projekt für südsudanesische Flüchtlingsfrauen in Khartum das zweite Bengo-Projekt des AFK. Nach erfolgter Anerkennung zahlt das BMZ erhebliche Mittel hinzu. Die Kopten in Deutschland trugen wesentlich zum Eigenanteil bei, den der AFK aufzubringen hatte. Hier sind die meterdicken Müllschichten entfernt und die Fundamente für ein neues, menschenwürdiges Müllsammlerhaus gelegt worden. Links hinten im Bild die alten Hütten.


Fundamente

Das BMZ unterstützt das AFK-Projekt zum Bau menschenwürdiger Häuser für die Müllsammler in Ezbet En-Nawwar in Kairo mit beträchtlichen Mitteln, macht aber auch bestimmte Auflagen. So wird hier für ägyptische Verhältnisse sehr solide und fachmännisch gebaut. Im Vordergrund ein Zimmermann, der die Verschalung für den Betonguss richtet, links von ihm ein Mitarbeiter unseres Projektleiters, des Sozialarbeiters Gamal Zekrie. Er hat nicht nur die Projektbegünstigten ausgewählt, sondern beaufsichtigt auch den Fortgang der Arbeiten.


Verschalung

In der Müllsammlersiedlung Ezbet En-Nawwar (Kairo) sind im Rahmen des AFK-Rehousing-Projektes derzeit 20 Häuser im Bau, davon die meisten bereits im Rohbau fertig. Das Projekt hat bei den in letzter Zeit stark unter Druck geratenen Müllsammlern eine Aufbruchstimmung bewirkt: Viele wollen in dem Teil des Hauses, der zum Sortieren des Mülls gedacht war, einen kleinen Laden, eine Bäckerei oder eine Recyclinganlage einrichten. Schließlich wissen sie, dass die Zeit des traditionellen Müllsammelns in Kairo zu Ende geht, nachdem die Regierung die Arbeit in die Hände ausländischer Großfirmen gelegt hat.


Rohbau

zum Projekt-Zwischenbericht vom 31.01.2005 (pdf)

Die folgenden Bilder beziehen sich auf den Zwischenbericht:




Stillende Mutter in einer Zerriba (Gehöft). Solche Blechkonstruktionen ohne Wasser- und Stromanschluss sollen im Rahmen des Projektes durch solide Steinhäuser ersetzt werden, so dass Mutter und Kind(er) in Zukunft bessere Lebensbedingungen vorfinden




Das Problem, dass der Bereich der Tiere nicht von dem Wohn- und Lebensraum der Müllsammler getrennt war, soll durch die Neubauten gelöst werden.




Hier seht ihr die erste Rohbauphase einer der sechs Rehousing-Maßnahmen, die mit AFK- Unterstützung bisher (Stand 05. Januar) durchgeführt wurden.




In der Mitte des Bildes steht Projektleiter Gamal. Im Zuge des Rehousing-Projektes wird die Handpumpe, die der von uns unterstützte Bauherr gerade bedient, durch eine Leitung mit sauberem Trinkwasser ersetzt.




Hier seht ihr Günter mit vier Bauarbeitern und im Hintergrund Gamal sowie der Projektbetreuer Sobhi (mit Handy), der sich um die alltägliche Projektabwicklung kümmert.

Kleinkreditprogramme:

An Gamal unseren Projektpartner vor Ort wurden 2010 EUR übergeben. Fouad hat ihn mehrfach aufgesucht und sich über den Fortgang der Projekte und die aktuelle Situation bei den Müllsammlern informiert.
Das jetzt übergebene Geld möchte Gamal für die Vergabe von Krediten zur Unterstützung einkommensfördernder Maßnahmen und Projekte verwenden. Fouad bat Gamal, bei besonders Armen auf eine Rückzahlung der Kredite zu verzichten, wenn diese ihnen nicht möglich ist. Gamal und sein Team sind derzeit damit beschäftigt, mögliche Projektbegünstigte zu identifizieren. Folgende Personen bzw. Projekte wurden bislang ausgewählt:

1) Um Yusuf: Sie soll einen Kredit von 1000 LE (133 €) erhalten.
Sie besitzt bereits einen kleinen Lebensmittelladen, es mangelt ihr jedoch an Basiskapital, um Waren einzukaufen.


Um Yusefs Laden

2) Ein Müllsammler: Er soll einen Kredit von 1000 LE (133 €) erhalten.
Der Betroffene kann seine Arbeit nicht mehr ausüben, seit ihm bei einer Polizeirazzia seine eigene Eselskarre abgenommen wurde. Er möchte das Geld verwenden, um eine Karre und zwei Esel zu kaufen, damit er wieder arbeiten kann.
3) Zwei kooperierende Haushalte: Sie sollen gemeinsam einen Kredit von 1500 LE (200 €) erhalten. Sie besitzen eine Maschine, mit der sie Altplastik granulieren. Das Granulat verkaufen sie an Fabriken. Sie möchten die elektrische Anlage mit dem Kredit sanieren und den Betrieb erweitern.
4) Betreiber einer Altpapierpresse: Ihm soll ein Kredit von 1000 LE (133 €) gewährt werden.
Er benötigt für seine Arbeit große Mengen Altpapier, das von ihm zu Ballen zusammen gepresst und an die Papierfabriken verkauft wird. In seinem Betrieb arbeiten 6 junge Männer, die in die verschiedenen Zaribas gehen, um von den Müllsammlern das ungepresste Altpapier anzukaufen. Sie erhalten von ihm aus dem Kredit ein Startkapital, um hierfür zahlen zu können. Die Jungen sind am Umsatz beteiligt.



Bilder vom Januar 2006 von Markus Schindler:



Kirstin Wolf (1. Vorsitzende) und Gamal




die Hüttensiedlung




Alt und Neu




Kinder der Siedlung beim Fußball




ein neues Haus




noch ein neues Haus




und noch ein neues Haus