Seit 1995 beteiligt sich der AFK an dem Kleinkreditprogramm der Entwicklungshilfeorganisation COST.
Hierbei werden armen Familien in verschiedenen Dörfern Mittelägyptens Kredite bis 120 € gewährt, die diese zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse verwenden (z.B. Bau von Latrinen, Kleintieraufzucht).
die letzte Eindrücke aus den Dörfern von Petra und Annika Beyersdorff:
Vor unserer Fahrt in die Dörfer besuchten wir das Entwicklungshilfe-Büro, in dem die Programme erstellt und die Vorbereitungen getroffen werden. Schwester Joanna zeigte uns jede Seite ihrer Buchführung. Sie hat mir auf den Cent genau erklärt, welche Familie, in welchem Dorf, wie viel Geld von den letzten Spenden bekommen hat und wie viel Geld davon schon wieder zurückgezahlt wurde. Einige dieser Familien haben wir später besucht, um uns die „finanzierten“ Tiere, Maschinen und Läden anzusehen. Durch die Kleinkredite verbessert sich die Situation der Armen unter den Ärmsten erheblich. Ein Kleinkredit beträgt je nach Projekt zwischen 30,00€ und 120,00 €. Wie viele Familien den Kredit nicht mehr zurückzahlen, wollte ich wissen. Schwester Joanna sagte, dass es nur sehr wenige sind, die aufgrund eines unvorhergesehenen Ereignisses, z. B. der Tod des Familienoberhaupts oder des gekauften Tieres, das Geld nicht mehr zurückzahlen können. Dazu ein kleines Beispiel. Als wir im Auto saßen, um in die Dörfer zu fahren, kam eine verschleierte alte Frau ans Fenster und unterhielt sich mit Schwester Joanna. Dann wickelte sie etwas aus einem zerknitterten Papiertaschentuch aus. Es war ein 50-Pfund-Schein, den sie der Schwester unbedingt geben wollte. Die Schwester lehnte ab und es gab ein hin und her. Da fing die Frau plötzlich zu Weinen an und Schwester Joanna nahm das Geld an. Als ich sie fragte, was passiert sei antwortete sie mir: diese Frau hat sich für ihre Tochter von ihr Geld geliehen und sie wollte es unbedingt vor Ostern zurückzahlen, damit sie das wichtige christliche Fest auch ohne Last feiern kann. Und sie wollte nicht, dass irgend jemand erfährt, dass sie das Geld geliehen hat. Ihre Würde lässt es nicht zu, dass sie das Geld einfach so behält.
Bei unserem Dorfbesuch durften wir dabei sein, als Schwester Joanna jungen Müttern als Anerkennung einen Satz Plastikschüsseln und eine Urkunde überreichte. Die Frauen hatten einen Kurs über Schwangerschaft und Säuglingspflege erfolgreich absolviert. Im Feedback sagten die Frauen, dass es eine ganz besondere und behütete Schwangerschaft war. Mit der Aufklärung und Begleitung will Schwester Joanna und ihr Team die Geburtenzahl in den Dörfern senken. Desweiteten wurden auch Mädchen mit einer Urkunde geehrt, weil sie an einem Kurs über Hygienemaßnahmen und „Erste Hilfe“ teilgenommen haben.
Erfüllt mit vielen neuen Eindrücken, immer noch beeindruckt von der selbstlosen Arbeit der Nonnen mit den bedürftigen Menschen und mit der Gewissheit und neuer Motivation, dass sie hier weiterhin helfen wollen, sind Petra und Annika Beyersdorff wohlbehalten wieder in Kulmbach angekommen.
aktuelle Bilder (2004)
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