Das Projektgebiet:
Sirinka liegt 100km nördlich von Dessie (Desé) innerhalb der Amhara Region im zentralen Hochland Äthiopiens.
Die überwiegend orthodox-christliche Bevölkerung Sirinkas wird auf 6500 Einwohner geschätzt, wovon 50% Frauen und 30%, also etwas mehr als 1000 Frauen, allein erziehende Mütter sind. Die Zerrüttung der traditionellen Familienstrukturen ist nicht zuletzt auf die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit Aids zurückzuführen.
Eine im Sommer 2004 durch unseren Projektpartner, die Äthiopische Evangelische Kirche, Mekane Yesus, durchgeführte Grundlagen- und Bedarfsstudie belegt, dass besonders die in der ländlichen Region lebenden Frauen von existenzbedrohender Armut betroffen sind. Aus dieser Notsituation heraus entwickeln die Frauen in Ermangelung anderer Alternativen Bewältigungsstrategien, wie etwa Prostitution oder Bettelei, die negative Effekte auf ihre eigene und die Gesundheit ihrer Kinder sowie nicht zu unterschätzende psychische Folgen haben.
Deshalb unterstützt der AFK mit seinem ersten Projekt in Äthiopien gezielt Frauengruppen mit Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, den Not leidenden Familien und alleinerziehenden Müttern eine Einkommensmöglichkeit zu schaffen und somit ihre Lebensgrundlage zu sichern.
Darüber hinaus sollen die einkommensschaffenden Maßnahmen die Ausbildung von Selbsthilfegruppen als Forum zur gegenseitigen Unterstützung und Projektteilhabe ermöglichen.
In diesen Selbsthilfegruppen sollen im Rahmen von Gesprächskreisen auch geschlechtsspezifische Themen, wie Aids-Prävention, Beschneidung der Frauen, Zwangsheirat, etc. diskutiert und Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Die geförderten Frauen haben aus ihren Reihen Vertreterinnen gewählt, die die Frauengruppen repräsentieren und ihre Anliegen koordinieren. Den Frauenvertreterinnen steht geschultes Personal unseres Partners, Mekane Yesus, betreuend zur Seite.
Im Rahmen einer weiteren Maßnahme soll Mädchen der Schulbesuch ermöglicht werden. Der kommunikative Austausch über alters- und geschlechtsspezifische Themen zwischen den Mädchen soll dabei ebenso gefördert werden wie die Gesprächskreise der Frauen.
|