Neues von den Müllsammlern in Kairo

Gepostet von am 11.04.2012 in Neuigkeiten | Keine Kommentare

Neues von den Müllsammlern in Kairo

Barbara und Fouad Ibrahim sind gerade aus Ägypten heimgekehrt und haben folgendes über unsere Projekte bei den Müllsammlern in Kairo zu berichten:

Bericht vom 9.4.2012 über die aktuelle Situation der AFK-Projekte unter den Müllsammlern von Kairo

 

 

Verbesserung des Plastikrecycling

Seit Beginn dieses Projektes im Juni 2009 bis heute konnten 51 Betriebe in der Müllsammlersiedlung Ezbet En-Nawwar im Nordosten der ägyptischen Hauptstadt saniert werden, in denen durch Mitarbeiter der Projektleitung ernsthafte, vor allem die Gesundheit der in den Werkstätten Tätigen gefährdenden und die Produkte negativ beeinflussenden Probleme festgestellt worden waren. Im Durchschnitt beteiligten sich die Inhaber der unterstützten Plastikrecyclingbetriebe mit der Hälfte der Kosten. Da durchschnittlich sechs Personen – auch einige Frauen – in den Betrieben beschäftigt sind, kann man davon ausgehen, dass von dem Projekt ca. 300 Haushalte direkt und etwa die gleiche Anzahl von Haushalten indirekt von dem Projekt profitiert. Bei letzteren handelt es sich um die Zulieferer der Betriebe sowie die Abnehmer von Halbfertigprodukten, d.h. einerseits um diejenigen, die mit Sammeln, Transport, Handel, Sortierung und Waschen von Altplastik beschäftigt sind sowie andererseits um diejenigen, die das Granulat weiterverarbeiten, das von den rehabilitierten Betrieben produziert wird. Nachdem ca. die Hälfte der Plastikrecyclingbetriebe in der Siedlung saniert worden war, war ihre wirtschaftliche Lage so offensichtlich verbessert, dass weitere Müllsammler, die bis dahin lediglich im Handel mit Altplastik beschäftigt waren, sich ermutigt sahen, ebenfalls eigene Recyclingbetriebe zu errichten. Die Erhebung, welche durch die Projektleitung jüngst durchgeführt wurde, zeigte, dass die Zahl der Plastikrecyclingbetriebe in der Siedlung seit 2009 von 85 auf 135 gestiegen ist. Falls ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt werden können, sollen deshalb in den nächsten zwei Jahren im Rahmen unseres Projektes weitere 40 Betriebe saniert werden.

Was die Sicherheitsmaßnahmen anbetrifft, die ebenfalls Teil des Projektes sind, so sollen bis Ende April 2012 weitere 15 Betriebe mit Feuerlöschern ausgestattet und ihre Mitarbeiter durch einen Übungskurs in entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen und dem Einsatz der Geräte trainiert werden. Damit werden insgesamt 37 Feuerlöscher durch das Projekt verteilt und die Arbeiter dieser Werkstätten in ihrem Gebrauch unterwiesen worden sein.

Ebenfalls bis Ende April 2012 sollen 20 stabile Erste-Hilfe-Kästen mit dem nötigen Material gefüllt an Plastikrecyclingbetriebe verteilt und die Mitarbeiter in Erster Hilfe geschult werden. Bereits vor einigen Jahren waren durch eines unserer Vereinsprojekte 70 gefüllte Erste-Hilfe-Kästen an verschiedene Werkstätten in der Müllsammlersiedlung verteilt und die nötigen Schulungen der Arbeiter durch Fachkräfte durchgeführt worden.

Eine weitere positive Entwicklung vor Ort ist die Rückkehr der Schweine in die Müllsammlersiedlung (s. beigefügter Artikel), nachdem die ägyptische Regierung im Frühsommer 2009 die Schweine der Müllsammler hatte keulen lassen, aus deren Verkaufserlös bis dahin die Müllsammler ca. 50 % ihrer Lebenshaltungskosten hatten decken können.

Frauenprojekte

Neue Veranstaltungsreihe

Durch eine großzügige Spende zur Weihnacht konnten unserem ägyptischen Projektpartner jüngst 2050 € übergeben werden, die nach ausführlicher Überlegung gemeinsam mit diesem für Frauenprojekte bestimmt wurden. So soll unmittelbar nach dem Osterfest eine Reihe von Aufklärungsveranstaltungen für Frauen und junge Mädchen gestartet werden, die im ECRED-Zentrum durchgeführt werden und Expertenvorträge und –gespräche zu Themen wie Gesundheit, Hygiene, Kindererziehung, Behinderung und sozialen Problemen umfassen. Wie es bei solchen Veranstaltungen in Ägypten üblich ist, soll dazu für alle Anwesenden ein alkoholfreies Getränk und ein kleiner Snack geboten werden. Da eine größere Anzahl von Teilnehmerinnen erwartet wird, müssen auf Projektkosten zuvor einige der im Zentrum vorhandenen Stühle repariert werden. Eine der geplanten Veranstaltungen soll in einem Busausflug bestehen.

Computerkurse für Müllsammlertöchter

Zurzeit werden im Rahmen dieses Projektes zwei aus Sekundarschülerinnen und Studentinnen bestehende Lerngruppen durch die im Zentrum tätigen Sozialarbeiterinnen betreut, von denen die eine vormittags, die andere nachmittags unterrichtet wird. Der Unterricht findet jeweils zweimal wöchentlich statt. Eine der Gruppen umfasst sechs, die andere acht Mädchen bzw. junge Frauen.

 

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